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Nach einigen Tagen am Naadam Festival und einer Tour in die Stille der Wüste Gobi, brachte mich mein nächstes Abenteuer in der Zentralmongolei zu den letzten wirklich wilden Pferden der Welt, nach Karakorum, der alten Hauptstadt des Mongolischen Reiches und in das unglaubliche Orchon Tal.

A landscape in Central Mongolia

Der Hustai Nationalpark

Der Hustai Nationalpark hat seinen Namen den vielen Birken in den umliegenden Wäldern zu verdanken und war einst das bevorzugte Jagdrevier von Bogd Khan, dem letzten Herrscher der Mongolei. Auch spätere Politiker kamen zum selben Zweck hierher, da der Park aber noch nie landwirtschaftlich genutzt oder besiedelt wurde, war er schlussendlich der perfekte Ort für die Schaffung eines neuen Nationalparks im Jahr 1998. Während viele ähnliche Landschaften in Asien für Landwirtschaft und den Wohnungsbau zerstört werden, haben die Mongolen schon immer viel Aufwand in den Umweltschutz gesteckt. Dank diesen Bemühungen können Besucher nun im Hustai Nationalpark ein ungestörtes Steppen-Ökosystem nur 100 Kilometer ausserhalb von Ulaanbaatar geniessen

Der Nationalpark ist auch der Ort, wo die fast ausgestorbenen Takhi wieder in ihren natürlichen Lebensraum eingeführt wurden. Das Takhi wird auch Przewalski Pferd genannt, benannt nach einem russischen Oberst und Entdecker, der die Tiere nach einer Expedition in die Mongolei um 1877 als erster beschrieb. Im Gegensatz zu anderen wilden Pferden, wie zum Beispiel den amerikansichen Mustangs, die ebenfalls in der freien Wildbahn leben, sind Przewalski Pferde jedoch nicht die Nachkommen domestizierter und dann ausgebüxter Tiere, sondern sind die einzigen noch verbleibenden, wirklich wilden Pferde der Welt.

Über 300 Takhi durchstreifen nun den Hustai Nationalpark und die mongolischen Wissenschaftler hoffen darauf, die Pferde bald auch in anderen Teilen Zentralasiens wieder anzusiedeln. Die kleinen, stämmigen Tiere mit den kurzen Mähnen zu sehen war auf jeden Fall ein Highlight meiner Reise durch die Mongolei.

Prezwalski Horses, also called Takhi, in the Hustai National Park in Central Mongolia.

Prezwalski Horses, also called Takhi, in the Hustai National Park in Central Mongolia.

Flowers in the Hustai National Park, Central Mongolia.

Karakorum und Erdene Zuu

Während der Herrschaft von Dschingis Khan und seinem Nachfolger Ögedei Khan im 13. Jahrhundert, war Karakorum die Hauptstadt des grössten Landreiches in der Geschichte. Einst war der Ort nichts weiter als eine kleine Ansammlung von Jurten im Orchon Tal, bald aber begannen die Khans die Hauptstadt auszubauen und als Basis für weitere Invasionen zu nutzen. So entwickelte sich Karakorum schnell zu einer der bedeutendsten Stätten der Welt. Angeblich ragte ein riesiger Baum aus Silber in der Mitte des Hofes auf und streckte seine Äste in alle Richtungen aus. Ganz oben sass eine Trompete, mit welcher der Khan nach mehr Getränken für seine Gäste rief. Heute ist jedoch kaum noch etwas von der einst prächtigen Stadt zu sehen. Der Niedergang kam nämlich schnell und Karakorum wurde schon bald nach seinem Aufstieg zu Ruhm von den Truppen der Ming Dynastie zerstört.

Nach dem Zerfall wurde eine ganze Weile darüber diskutiert, wo sich denn die Ruinen der ehemaligen Hauptstadt genau befinden und bis die ersten Ausgrabungen in den 1930er Jahren endlich begannen, war ein Grossteil der einstigen Stadt schon längst verschwunden. Viele Steine aus den Gebäuden und Strassen der alten Hauptstadt wurden für den Bau des Erdene Zuu Klosters genutzt, dem ältesten noch bestehenden buddhistischen Kloster der Mongolei. Dieses befindet sich direkt neben der Ausgrabungsstätte und stellt heute, anstelle von Karakorum, die einstige Herrlichkeit des mongolischen Reiches dar. Neben vielen eindrucksvollen Gebäuden wird das Kloster auch von einer Mauer aus über hundert weissen Stupas umgeben. Im Hof kann man auch einige uralte, grosse Steinschildkröten finden, die einst in der Hauptstadt standen und das Wahrzeichen von Karakorum waren. Nebenan gibt es auch noch ein Museum, welches die Eroberungen des mongolischen Reiches und die Geschichte der alten Hauptstadt detailliert erzählt – da kann man nicht nur viel lernen, sondern auch noch das superschnelle WIFI benutzen (eine absolute Seltenheit im Nirgendwo der Mongolei).

Erdene Zuu - Buddhist Monastery near the ancient capital of Karakorum in Central Mongolia

Erdene Zuu - Buddhist Monastery near the ancient capital of Karakorum in Central Mongolia

Erdene Zuu - Buddhist Monastery near the ancient capital of Karakorum in Central Mongolia

Erdene Zuu - Buddhist Monastery near the ancient capital of Karakorum in Central Mongolia

Central Mongolia-11

Und der Rest des Orchon Tales

Das Orchon Tal war nicht nur der Sitz der Khans und ein Zentrum für Handel und Religion, sondern hatte für die Mongolen als Lebensader in einer ansonsten trockenen Region immer schon eine grosse Bedeutung. Die Wiesen entlang des Orchon Flusses bieten nämlich die perfekten Bedingungen für das Nomadenleben und so halten hier die Nomadenfamilien bis heute an ihrer traditionellen Lebensweise fest, hüten ihr Vieh und leben vom Wasser des Flusses. Eines der beeindruckendsten Naturwunder im Orchon Tal ist der Ulaan Tsutgala – der Orchon Wasserfall. Vor langer Zeit entstand dieser durch einen Vulkanausbruch und heute donnert hier das Wasser über eine 20 Meter hohe Klippe in ein fast kreisrundes Becken und eine angrenzende Schlucht. Der Orchon Wasserfall ist mit Abstand das beeindruckendste, was ich in der Mongolei gesehen habe – wirklich unglaublich schön.

Yaks crossing the Orkhon River

Orkhon Waterfall in the Orkhon Valley, Central Mongolia

Orkhon River in the Orkhon Valley, Central Mongolia

hacking wood in the Orkhon Valley

Little nomad boy in the Orkhon Valley

Yak in the Orkhon Valley




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