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Aqaba ist ziemlich cool. Ich muss zugeben, ich hatte die Stadt vor meinem Ausflug ins goldene Dreieck von Jordanien überhaupt nicht gekannt. Die meisten Leute, ich oft eingeschlossen, fliegen in der Regel in die Hauptstadt eines Landes, starten ihr Abenteuer von dort und übersehen dabei manchmal eine bessere Wahl. Viele Touristen beginnen ihre Reise im überfüllten und chaotischen Amman und wissen gar nichts von dem charmanten Küstenstädtchen im Süden. Aqaba hat einen kleinen Flughafen, der international nur von einigen Charterflügen, sowie mit regelmässigen Verbindungen von Turkish Airlines angeflogen wird. Dies bedeutet wiederrum eine schnelle und stressfreie Einreise ins Land. Petra liegt nur 2 Stunden entfernt und Wadi Rum kann sogar in unter 45 Minuten erreicht werden. Aqaba ist jedoch nicht nur das Tor zu den beeindruckenden Sehenswürdigkeiten der Gegend, sondern hat auch selber so einiges zu bieten.

Hier sind meine zehn besten Aktivitäten rund um und in Aqaba:

View over Aqaba

Aussicht auf Aqaba

1. Tauchen oder Schnorcheln im Roten Meer

Das Rote Meer ist berühmt für das vielfältige Ökosystem mit bunten Korallenriffen und einer reichen Unterwasserwelt. Hinzu kommt, dass sogar im Winter das Wasser unglaublich klar und mild ist. Ich kann nun voll und ganz verstehen, warum Tauchen im Golf von Aqaba als eines der besten Taucherlebnisse der Welt angepriesen wird. Nachdem ich bereits einige Male schnorcheln war, war ich schlussendlich für den nächsten Schritt bereit und entschied mich für einen Testtauchgang mit Mohammed von Deep Blue. Ausgehend vom Royal Yacht Club, schipperte unser Tauchboot zur Cedar Pride, einem gesunkenen Schiff, das nun quer auf zwei grossen Korallenriffen liegt. Ich hatte erwartet, dass mein erster Tauchgang in einem Pool stattfinden würde, umso überraschter war ich, bei meinem ersten Taucherlebnis etwas derart beeindruckendes zu sehen. Während ich die ganze Aussenseite des Schiffes und die Korallenriffe erkunden konnte, durfte Brendan, ein erfahrenerer Taucher, auch das Innere des Wracks unsicher machen. Mein erster Tauchgang hätte an keinem besseren Ort stattfinden können und hinterliess bei mir definitiv die Lust nach mehr.

Diving in Aqaba

Tauchen mit Mohammed im Roten Meer

2. Mit den Buggies durch die Wüste

Fans von Schmutz und Abenteuer werden auf einer ATV Fahrt durch das raue Hinterland voll auf ihre Kosten kommen. Auf den Buggies kann man gut und gerne mal ein oder zwei tolle Stunden verbringen dafür es gibt es auch mehrere Anbieter. Ich ging mit Thrifty’s auf Buggie-Tour. Dieses Unternehmen hat am Stadtrand eine grosse Strecke durch die zerklüftete Landschaft gebaut und sogar einige Sprünge miteinbezogen. Jedoch ist man da auch als Anfänger gut aufgehoben, die Buggies sind einfach zu handhaben und alles wird gut erklärt. An dieser Stelle sei auch noch erwähnt, sich angemessen zu kleiden. Mit grosser Wahrscheinlichkeit kehrt man nämlich in Staub und Schmutz bedeckt vom Abenteuer zurück.

3. Besuch im Schloss von Aqaba

Das Schloss ist eines der Wahrzeichen der Stadt und befindet sich direkt neben dem archäologischen Museum (das sich übrigens auch gut für einen Besuch eignet). Hier eroberten die arabischen Streitkräfte – mit Hilfe von Lawrence von Arabien – bei der Schlacht um Aqaba die Stadt von den türkischen Verteidigern zurück.

4. Entspannung im örtlichen Spa

Nach einem langen Flug spürt man oft das Verlangen, sich zu entspannen und verwöhnen zu lassen. Was ist also angebrachter, als einen Tag im örtlichen Verwöhntempel zu verbringen? Persönlich empfehlen kann ich den Janna Spa an der Al-Saada Strasse, welcher bei den Einheimischen und auch Besuchern unglaublich beliebt ist. Und das aus gutem Grund: Die jordanischen Frauen lieben es, sich etwas zu gönnen und entsprechend sind die Mitarbeiterinnen unglaublich nett und bieten von Gesichtsbehandlungen, Massagen, Waxing und Sugaring, bis hin zu Henna-Tättowierungen, einem Coiffeursalon und Maniküre alles an. Einige interessante Gespräche gibt es noch dazu, wenn man denn etwas über die lokale Lebensweise erfahren möchte. Es gibt sogar einen Fitnessraum, einige Pools und einen Haman. Da ich mich als Langzeitreisende schon lange nicht mehr aufgebrezelt hatte, bekam ich ein komplettes jordanisches Makeover, mit traditionell viel arabischem Makeup, einer neuen Frisur, Henna Tattoos und einer Maniküre. Anschliessend ging es dann zu einem schicken Abendessen im Double Tree mit Brendan.

Jordanian Makeover

So kann das Resultat eines jordanischen Makeovers aussehen

5. Sonnenbaden am Strand

Nummer fünft ist einfach nur logisch: Aqaba ist die einzige Küstenstadt Jordaniens und bietet so einiges an Resorts, Beach Clubs und sogar öffentlichen Stränden entlang der 27km langen Küstenlinie. Man muss jedoch nicht unbedingt in einem der teureren Hotels mit angrenzendem Strand übernachten. Der Berenice Beach Club bietet für nur 7 Dinar einen Tageseintritt und einen Shuttleservice zu allen Hotels in Aqaba. Hier gibt es neben dem Strand auch noch drei Pools, viele Sonnenliegen aber auch genügend Schatten zum Ausruhen. Das Personal ist freundlich und hilfsbereit und das Essen top (probiere die Sayadiyah – ein nahöstliches Fisch- und Reisgericht). Freizeitaktivitäten fehlen hier ebenfalls nicht, es gibt eine Tauchschule und verschiedene Wassersportarten, wie Fahrten auf der Banane und Parasailing. Ich habe meine zwei Tage Entspannung im Beach Club genossen und würde jederzeit wieder hin gehen.

Berenice Beach Club

Pool im Berenice Beach Club

6. Tagesausflug nach Wadi Rum

Nur 40 Autominuten und 60 km trennen Aqaba von Wadi Rum, ein Wüstental voller beeindruckender Felsformationen aus Granit und Sandstein. Wadi Rum war der Drehort von mehreren Blockbustern, wie Lawrence von Arabien, oder den etwas moderneren Filmen Transformers und Prometheus. Hier bieten Beduinen verschiedene Touren an, die von Kamelreiten über Wander- und Klettertouren bis hin zu 4×4 Fahren durch die Dünen reichen. Wadi Rum ist ein beeindruckender Ort, vergiss nicht die Kamera und eine grosse Memorycard einzupacken.

A Bedouin boy and his camel in Wadi Rum

Ein Beduinenjunge und sein Kamel in Wadi Rum

7. Essen, essen und essen

Ich liebe die jordanische Küche und kann auch kaum genug davon kriegen. Zu allem gibt es Hummus, das leckere Püree aus Kichererbsen, Zitrone, Knoblauch und Olivenöl. Man kann einfach nicht aufhören, das Fladenbrot wieder und wieder in die Schale zu tauchen und sich damit vollzustopfen, bevor überhaupt der Hauptgang den Tisch erreicht hat. Wenn man so wie ich Brotliebhaber ist, soll man doch versuchen Shrak in die Hände zu bekommen, das traditionelle Beduinenbrot, welches extrem dünn gestreckt wird und dann auf einer Art verkehrtem Wok gebacken wird. Alle möglichen Gerichte und Schalen wie Hummus, Falafel, Kubbeh und Gemüse auf dem Tisch auszubreiten und alles miteinander zu teilen, ist übrigens die bevorzugte Art des Speisens in Jordaninen. Für ein erfrischendes Getränk, probiert man am Besten den beliebten „lime-mint juice“ – Limetten und Minze Saft.

8. Shoppen bis zum Umfallen

Aqaba liegt in der Aqaba Special Economic Zone, einer speziellen Wirtschaftszone mit einigen Vorteilen. Dies bedeutet, dass hier bei der Einreise keine Visagebüren anfallen (kostet sonst 30$), die Steuern viel tiefer sind als im Rest des Landes und alles, was man denn so einkauft, zollfrei ist. Die Stadt verfügt über moderne Einkaufszentren, sowie traditionelle Märkte und viele kleinere Fachgeschäfte.

Seller at the Aqaba market

Verkäufer in Souk

9. Besuch auf dem Markt von Aqaba

Im Souk von Aqaba findet man diejenigen duftenden Gewürze, die man in den jordanischen Gerichten so genossen hat, kann bunte Sandflaschen – eine weitere Spezialität der Gegend – kaufen und frisch gefangenen Fisch und viel Obst betrachten. Man wird vielleicht von dem einen oder anderen abgetrennten Kuh- oder Schafskopf in einer der Metzgereien geschockt, aber das ist genau das, was den Markt in Aqaba von den sonst üblicheren touristisch angehauchten Märkten mit Schmuckstücken und Schals abhebt. Natürlich gibt es auf dem Markt auch die Schals und alles andere, was man so von einer Jordanienreise nach Hause bringen möchte, zu kaufen. Der Markt ist jedoch lebhaft und nur wenige Gehminuten von den meisten Hotels entfernt. Begebe dich also auf einen kleinen Spaziergang durch die lokale Kultur.

 10. Sonnenuntergangsfahrt auf dem Roten Meer

Es gibt keinen besseren Weg, den Tag ausklingen zu lassen, als auf einem Boot zu sitzen, den Drink in der einen Hand, die Andere an der Reling, und den Sonnenuntergang über dem Meer zu beobachten.

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