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In den Worten von Professor Farnsworth: Good news everyone! Die Skisaison ist eröffnet und die Pisten am Marmot Basin sind bereit, gezähmt zu werden.

Ich bin ja nicht gerade die sportlichste Person und kann schon mal ein richtiger Couch Potato sein, vor allem wenn das Wetter schlecht oder die Temperaturen tief sind. Wie zum Beispiel gerade in Kanada, wo regelmässig eine Eiseskälte im Bereich von -20°C herrscht.

Neben Hundeschlittenfahren war ich dann aber im Marmot Basin Skigebiet in Jasper auch noch zwei Tage Skifahren. Erwähnt jemand Skifahren oder süsse Hunde, bin ich jeweils trotz winterlichem Couchpotato-Daseins und auch bei miesesten Bedingungen immer mit dabei. Ich liebe Skifahren. Einige behaupten sogar, dass ich mit zwei Holzbrettern an meinen winzigen Füsslein geboren worden bin. Übertreiben wir mal nicht, aber in der Schweiz am Rande der Alpen aufzuwachsen bedeutete für mich, dass ich schon bald nach den ersten Schritten auf Skier gestellt wurde. Und diese Leidenschaft hat sich bis heute gehalten.

Skiing at Marmot Basin in Jasper.

Bisher war ich aber an die präzise präparierten und ganz schön steilen Pisten der Schweiz gewöhnt, wobei man auch regelmässig mal Steinen und Eisflächen ausweichen muss, wenn der Schnee in diesem Jahr nur spärlich gefallen war. Natürlich hat man es auch mit Scharen an Einheimischen und Touristen zu tun, die sich allesamt in die Berge begeben sobald das Wetter gut genug ist. Ich war also ziemlich aufgeregt dies mit dem kanadischen Erlebnis zu vergleichen.

Am ersten Tag auf dem Berg schneite es aber zuerst mal wie verrückt und war eiskalt. Dieser Tag im Marmot Basin Skigebiet stellte dann auch alles auf den Kopf, was ich bisher übers Skifahren gewusst habe. Über 80 Zentimeter feinster Pulverschnee bedeckten die Pisten. Zugegeben, es herrschte gerade ein ziemlicher Schneesturm, was wohl viele Leute davon abhielt an diesem Tag auf die Pisten zu gehen, aber es war doch das erste Mal, dass ich als eine der ersten eine frisch beschneiten Skipiste runterkurven durfte.

Das bringt mich auch schon zum zweiten Punkt: Skifahren im Pulverschnee ist nicht gerade einfach, aber zumindest ist es weich wenn man hinfällt.

Als ich so eine Pirouette mit einem Bein hoch in der Luft vorführte und schwupps auf dem Rücken landete, wurde mir bewusst, dass ich mir die paar Lektionen im Tiefschneefahren aus der Kindheit wieder in Erinnerung rufen musste. Habe ich natürlich seither kaum gebraucht, da die Pisten in der Schweiz immer bestens präpariert sind und ich selber nie abseits der Pisten fahren wollte.

Zum Glück hatten mich die netten Leute bei der Marmot Basin Skivermietung bereits mit weiten Skiern ausgerüstet und unser Guide Andi, der normalerweise Skiunterricht gibt, sich aber an diesem Tag zu unserem Skigebiet-Guide erklärt hatte, hatte auch noch ein paar praktische Tipps bereit:

  • Man sollte nie alleine Tiefschneefahren und immer einen Kumpel mit dabei haben.
  • Immer schön auf die sogenannten “Tree Wells” achten. Dies sind grosse Löcher die um Bäume herum entstehen, da die Zweige verhindern, dass sich dort der Schnee ansammelt. Für mich klang das ein wenig wie der Beginn eines Horrorfilms und erinnerte mich an all die Gründe, wieso ich ein grosser Fan von baumlosen Ländern wie Island oder der Mongolei bin. Zum Glück war es noch etwas früh in der Saison und die Gefahr kopfüber in ein Baumloch zu fallen war gering.
  • Man sollte die Skier immer mit gleichmässigem Druck auf der selben Ebene halten und sich an das Gefühl des Dahinschwebens gewöhnen. Ich merkte schnell, dass ich mehr auf mein Gleichgewicht achten musste, um sicherzustellen, dass ein Ski nicht tiefer in den Schnee sank und den anderen Fuss in die Luft beförderte. Das hätte dann nämlich meinen Pirouetten-Stunt vom Anfang wiederholt.

Und schau dir mal den SkiLapse an, den Brendan und ich am Ende des Tages mit dem GoPro aufgenommen haben:

Mein erster Skitag in Jasper endete schlussendlich mit ein paar eingefrorenen Gliedmassen, aber auch mit vielen neuen und vor allem tollen Erinnerungen und Erfahrungen.

Nachdem der Schneesturm davongezogen war und die Temperaturen noch tiefer fielen (echt jetzt, Kanada?), hatten wir die Chance, Marmot Basin auch noch bei Sonnenschein und mit wunderschönem Blick auf das Athabasca Tal und die verschneiten Gipfel der Rockies zu entdecken. Die meisten Pisten waren an diesem Tag wieder bestens präpariert und ich konnte die Hänge dieses mal mit Höchstgeschwindigkeit erkunden. Wir waren auf den meisten der 84 Pisten unterwegs und machten uns unaufhörlich wieder mit den Skiliften auf den Weg nach oben. Zugegeben, die schienen im Gegensatz zum europäischen Standart etwas veraltet und hätten einen Windschutz und Fussstützen gebrauchen können, schlussendlich taten sie aber ihren Job genauso gut. Man nimmt die Dinge im Marmot Basin eben etwas gelassener und dieses entspannte Skifahren in Kombination mit der Abwesenheit jeglicher Menschenmassen machen den Charme dieses Skigebiets aus.

On a ski lift in Marmot Basin, Jasper

Skiers at Marmot Basin in Jasper

Warum du diese Saison im Marmot Basin Skigebiet skifahren gehen solltest

  • Hier hat es weniger Touristen und allgemein weniger Besucher: Marmot Basin befindet sich weit weg von jeglichen grösseren Städten der Umgebung. Calgary ist etwa fünfeinhalb, Edmonton etwa viereinhalb Stunden entfernt und es gibt keinen grösseren Flughafen in dieser Gegend. Diese Tatsache macht Jasper für Tagesausflügler und Touristen, die nur auf der Suche nach einem kurzen Zwischenstop sind, eher unattraktiv. Somit wird Marmot Basin oft nur von hartgesottenen Einheimischen oder Reisenden, die hier einige Tage verbringen möchten, besucht. Brian Rhodes vom Marmot Basin Marketing und Sales Team hat mir erzählt, dass die Anstehzeiten auch an einem Spitzentag höchstens fünf Minuten betragen. An einem durchschnittlichen Wochentag geniesst man also Natur pur und höchstens mal eine Begegnung mit einem Baum.
  • Pisten für alle: Das Marmot Basin Skigebiet ist ein wenig kompakter und kleiner als bekanntere Skiorte in den Rocky Mountains, was aber nicht bedeutet, dass man auf irgendetwas verzichten müsste. Die Auswahl reicht von grünen Anfängerpisten bis hin zu schwarzen Expertenhängen, einige der Pisten sind präpariert, andere werden dem Tiefschnee überlassen, einige Loipen schlängeln sich durch die Bäume und wieder andere erkunden alpine Schalen. Einen kleinen Park mit Jumps und Rails und einen Anfängerhügel für die Kiddies hat es auch noch.
  • Hier gibt es viel Pulverschnee: Das Jasper Gebiet ist für den tollen, trockenen Pulverschnee bekannt, der zum Skifahren absolut ideal ist. Besonders am Tag nach einem Schneesturm kann man schon mal bis zu den Knien in schönstem Pulverschnee stecken.
  • Und dann gibt’s da noch die wunderbare Aussicht über den Jasper National Park.

A Snowboarder on the slopes of Marmot Basin in Jasper

Wo man in Jasper Ski- und Snowboard Ausrüstung mieten kann

  • Skier, Snowboards, Schuhe, Stöcke und Helme kann man direkt an der Marmot Basin Talstation mieten. Das Equipment kann man auch gerne für mehrere Tage reservieren, wobei man das ganze Zeugs jeweils Abends wieder dort deponieren darf, sodass man die Ausrüstung nicht jeden Tag erneut auf den Berg schleppen muss. Sollte etwas mit der Ausrüstung nicht in Ordnung sein, kann man das besagte Stück auch innert Minuten schwups austauschen und sich wieder auf die Pisten begeben.
  • Skihosen und Jacken können in Jasper bei Jasper Source for Sports gemietet werden. Der Laden hat auch alles andere, was man für den Schneesport so braucht im Angebot, von Händwärmern über Handschuhe bis hin zu Kleidung.

Mit dem Shuttle von Jasper zum Marmot Basin Skigebiet

  • Mehrmals am Tag holt ein Shuttlebus die Schneesportler für $7 direkt im Hotel ab und bringt sie zur Marmot Basin Talstation (und wieder zurück).

Snowboarder performing Jump at Marmot Basin, Jasper

Gute Unterkünfte in Jasper

  • Mountain Park Lodges – The Crimson: Das Crimson wurde gerade erst neu renoviert und war somit für mich die perfekte Skiunterkunft. Die Zimmer sind geräumig und komfortabel und bieten für die Elektronik-Freaks unter uns eine Menge Steckdosen an. Zudem hat jedes Zimmer auch noch eine kleine Küche, perfekt um den Snack für den nächsten Tag zuzubereiten.
  • Chateau Jasper: Ein ziemliches Standardhotel, welches ein gutes Preis-Leistungsverhältnis hat. Die Zimmer sind schon etwas älter, jedoch gross und makellos. Zudem ist das Wifi schnell und zuverlässig.

Tolle Restaurants und Pubs für Feinschmecker und Bierliebhaber

  • Evil Dave’s Grill: Wen der Name nicht überzeugt, sollte vielleicht mal einen Blick auf das Menü voll mit “wicked Food” aus aller Welt werfen. Die Gerichte haben so kreative Namen wie Malicious Salmon, Hell’s Chicken und Malevolent Meatloaf. Dazu vielleicht noch etwas unheiliges Wasser?
  • Famoso Pizza: In einer Welt, die oft von nordamerikanischen Pizzas dominiert wird die hauptsächlich aus Teig bestehen, ist Famoso eine tolle italienische Verschnaufpause. Famoso bietet authentische neapolitanische Ofenpizzas an, die für ihre dünnen Krusten aus feinstem Caputo Mehl bekannt sind. Der Service hier ist total gelassen und man bestellt ganz einfach an der Bar. Ich liebe die Atmosphäre dort.
  • Jasper Brewing Co.: Bereit für erstaunlich tolle, regionale Biere die mit feinstem Hopfen und Malz und reinem, natürlichen Bergwasser aus den Rockies hergestellt werden? Ist die Antwort ja, wird man sich in der hauseigenen Brauerei des Jasper National Park wie zu Hause fühlen. Bestell einen saftigen Burger und ein Bier und schau dir auf einem der grossen Flachbildfernseher einen Hockeymatch an.
  • Papa George’s Restaurant: Dies ist ein grossartiger Ort, der komplett der authentischen kanadischen Küche gewidmet und mit einer gemütlichen Holzeinrichtung und tosenden Kaminen eingerichtet ist. Ich empfehle hier besonders die grosse Frühstücksauswahl, wonach man sich gut vorbereitet auf die Pisten stürzen kann.
  • The Inn Restaurant at the Best Western: Wer hätte das gedacht, nicht wahr? Aber hier hats tatsächlich unglaublich tolles Essen. Mein Tipp: probier den Buffalo Meatloaf gefüllt mit Ziegenkäse und Tomaten.

Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

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