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Die letzten paar Monate habe ich viel Zeit in Indonesien verbracht, wo Abfall, Chaos und so einiges an Ärger und Aufregung – weil die Dinge meistens eben nicht ganz so hinhauen, wie man sich das vorgestellt hatte – zum Alltag gehören. Anschliessend bin ich nach Jordanien gereist, wo ich mit Beduinen und ihren Kamelen in der Wüste geschlafen und uralte Monumente besucht habe. Als ich nach all dem in Singapur angekommen bin, fühlte ich mich, als wäre ich soeben in eine surreale, futuristische Metropole reingestolpert.

Singapur ist eine organisierte, blitzblanke Insel im chaotischen Südostasien und ist daher eher die komplette Ausnahme der Regel. Ich hatte mich bereits mental darauf vorbereitet, in der Schlange vor den Einreiseschaltern die übliche halbe Stunde anzustehen, wurde aber schlussendlich in unter einer Minute durchgewunken und mit einem Lächeln und einem Minzebonbon in die Stadt entlassen. Es gibt weder Tuktuk-verstopfte Strassen, noch Staus und auch das sonst so weit verbreitete, ununterbrochene Gehupe ist nirgendwo zu hören. Die Strassen sind makellos – Littering wird mit einer Busse von bis zu 1000$ bestraft und wenn man beim Essen in der U-Bahn erwischt wird, kostet es schnell mal 300$. Die Menschen sind top gestylt und frisiert. Alles sieht neu, glänzend, ein wenig futuristisch und manchmal sogar etwas zu perfekt aus. Aber trotz all dem, vielleicht auch gerade deswegen, hat Singapur es geschafft, die verschiedensten asiatischen Kulturen in einer Stadt zu vereinen.

Die billigen Essstände – genannt Hawkers – offerieren eine riesige Vielfalt an Gerichten aus ganz Asien und stehen im Kontrast zu teuren Bieren und Männern in Anzügen an der Waterfront. Die farbigen Vororte wie Little India oder Chinatown sehen ganz anders aus als die Wolkenkratzer aus Glas und Metall im Bankenviertel der Innenstadt. Es gibt lebendige Märkte wie Bugis, mit blinkenden Neonlichtern, Drinks in verrückten Farben und Hello Kitty Rucksäcken, neben modernen High-End Kaufhäusern. Irgendwie funktioniert der wilde Mix der Stile, Religionen, Kulturen und Küchen, Nachbarschaften leben friedlich nebeneinander und alles wird mit einem hocheffizienten öffentlichen Verkehrsnetz verbunden.

skyline of singapore

Ich bin nicht überrascht, dass ich Singapur liebte. Nachdem ich vom harten herumreisen und zu vielen Destinationen in kurzer Zeit total erschöpft war, wollte ich einfach nur rumhängen, mich treiben lassen und nicht von Ort zu Ort hetzen müssen. Singapur war perfekt dafür. Ich habe langsam einige Nachbarschaften wie Tiong Bahru und Little India entdeckt, versteckte Gassen erkundet, die Gardens by the Bay besucht, viel zu viel Hainanese Chicken Rice gemampft und natürlich wieder viele Fotos geschossen. Hier sind einige der besten Bilder aus dem schönen, futuristischen Singapur:

Gardens by the Bay is a project from the government, trying to transform Singapore into a "City in a Garden".

Gardens by the Bay ist ein Projekt der Regierung, welches versucht, Singapur in eine “City in a Garden” zu verwandeln. Das Grünareal erstreckt sich auf über 100 Hektar und beherbergt riesige Glasdome, Gärten, den Cloud Forest sowie den Supertree Grove.

A flower in the gardens.

Eine Blume im Gardens by the Bay.

The Supertree Grove - a walkway connects two of the trees - and the Marina Bay Sands Hotel in the background.

Der Supertree Grove mit dem Marina Bay Sands Hotel im Hintergrund. Ein Pfad in luftiger Höhe verbindet zwei der Konstrukte, die wiederum von einer Vielfalt an Pflanzen überwachsen sind. Die Bäume sollen echten Bäumen nachempfunden sein und sammeln Licht sowie Regenwasser und helfen bei der Luftfiltration.

Spectators enjoying the light show below the Supergrove.

Zuschauer geniessen das nächtliche Licht- und Musikspektakel unter den riesigen Bäumen.

The Marina Bay Sands Hotel is probably the most defining element in the Singapore skyline.

Das Marina Bay Sands Hotel ist wohl das bekannteste Element der Skyline.

Singapore seems to have an incredible variety of drinks. You can get any juice, tea or other conoction you can imagine, in any colour you can come up with.

Singapur hat eine riesige Vielfalt an Drinks. Alle erdenklichen Säfte oder Tees,  sowie wohl die ganze Bandbreite des bekannten Farbenspektrums sind erhältlich

An alley with a serious amount of AC's.

Eine kleine Nebenstrasse, die wir liebevoll “AC-Alley” getauft haben. Hunderte Klimaanlagen surren hier in der schwülen Hitze Südostasiens vor sich hin.

Bugis market - lots of neon, hello kitty and cute stuff.

Der Bugis Markt – viel Neon, Hello Kitty und die typisch niedliche, asiatische Mode.

 

Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

2 Responses

  1. inka

    Das ist so krass, ich bin immer ganz hin- und hergerissen, wenn ich darüber was lese: Eigentlich gar nicht mein Ding, so ordentlich, künstlich, futuristisch, aber dann sind da diese super verrückten künstlichen Bäume, in die habe ich mich schon beim ersten Anblick verliebt. Die würde ich zu gerne mal sehen.
    LG /inka

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    • Tiffany

      Nach einigen Wochen im zugemüllten Indonesien war mir die Ordnung schon sehr willkommen 😉 Singapur ist wirklich toll für einen kurzen Abstecher, dort leben hingegen wäre schwieriger, alles wird bis ins kleinste Detail kontrolliert und reguliert.

      Reply

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