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Küstenlinien, Strände und das Meer – sie alle bieten für Fotografen eine riesige Auswahl atemberaubender Fotomöglichkeiten. Strandbilder gehören nicht umsonst zu den beliebtesten Urlaubsfotos überhaupt, aber so schön das Meer auch sein kann, stellt es auch so einige Herausforderungen an uns. Hier also einige Tipps, welche dir beim Fotografieren des Meeres weiterhelfen:

1. Finde einen interessanten Vordergrund

Das Meer ist vor allem eines: extrem flach. Abgesehen von möglichen tollen Wolkenformationen am Himmel – wen man Glück hat – bietet der Horizont also oft nicht sehr viel von Interesse. Um einer Strand- und Ozean-Szene mehr Tiefe zu verleihen, sucht man sich daher am besten einen interessanten Vordergrund. Damit meine ich nicht, dass du jetzt wahllos einen x-beliebigen Stein ins Bild setzen solltest. Wie bereits in den Grundregeln der Bildkomposition öfters erwähnt, ist es wichtig Muster sowie leitende Linien zu finden und den Zuschauer mittels interessanter Formationen durchs Bild zu führen.

Felsen und grosse Steinbrocken funktionieren für diesen Zweck äusserst gut, genauso wie dramatische Klippen, Piers,  Stege und angespültes Treibholz. Manchmal werden dabei auch die Füsse nass, denn viele der besten Bildkompositionen findet man oft im Wasser. Schlussendlich gibt es keine Limite, was du mit deiner Vorstellungskraft und dem, was dir die Natur zur Verfügung stellt, erschaffen kannst.

5 Things to Keep in Mind When Photographing the Ocean: In the case of the coastal town Sur in Oman, I tried using some shell covered rocks and pools to create interest in the foreground.

Im Falle das Küstenstädchens Sur in Oman habe ich versucht, eine interessante Klippe mit kleinen Wasserlöchern als Vordergrund miteinzubeziehen.

Befindet sich das interessante Vordergrundelement nahe an der Kamera, ist es nicht immer einfach, das gesamte Bild vom Vordergrund bis zum Hintergrund scharf zu stellen. Schau dir dafür das Tutorial zu Focus Stacking an oder benutze einen höheren Blendenwert, um diese maximale Schärfe zu erreichen. Ich würde nicht tiefer als f/9 gehen und wenn es für längere Verschlusszeiten immer noch zu hell ist, fotografiere ich gerne mit einem Blendenwert von f/16, um diesen sanften, nebligen Look zu erhalten.

2. Benutze Weitwinkelobjektive

Natürlich haben auch Zoom-Objektive durchaus ihre Vorteile und man kann mit ihnen am Meer viele kreative Fotos realisieren, aber wenn ich Küstenlinien fotografiere, greife ich doch in 99% der Fälle zu einem meiner Weitwinkelobjektive. Da sie Winkel dramatischer erscheinen lassen und sich mit ihnen die ganze grosse Pracht der Küste und des Meeres erfassen lässt, funktionieren diese Objektive besonders gut in Kombination mit den oben erwähnten Vordergrundelementen.

3. Denk an die Tageszeit

Ich habe einen langen Artikel über das Thema geschrieben, und erwähne immer wieder, wie wichtig die Tageszeit beim Fotografieren ist. Check it out! Kurz und knapp fotografiert man Landschaften – und dazu gehört natürlich das Meer – am besten während der goldenen und blauen Stunden rund um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Die Abwesenheit von harschem Licht und dunklen Schatten, die wundervolle Stimmung, die lebendigen Farben und die Möglichkeit, auch ohne ND Filter die Belichtungszeit zu verlängern, machen den Abend und frühen Morgen zur besten Zeit zum Fotografieren. Tagsüber sind Strände häufig auch überfüllt. Frühmorgens, Abends wenn es dunkel wird oder auch während eines Sturmes, sind diese Küstendestinationen hingegen meist wundervoll verlassen.

Licht ist eine Sache, die Tageszeit spielt aber auch bei den Gezeiten eine Rolle. Küstenlinien können sich saisonal durchs Jahr, sowie innerhalb weniger Stunden komplett verändern. Versuch also deine Location vor dem Fotografieren während verschiedener Tageszeiten auszukundschaften und bringe in Erfahrung, wann genau Ebbe und Flut herrscht.

5 Things to Keep in Mind When Shooting the Ocean:  A rock jetty in Key West, Florida. As the tide rose, it got more and more submerged in the water and a shutter speed of 10 seconds really let me get a nice movement in the clouds and turn the water to mist.

Dieser steinige Steg in Key West, Florida war Tagsüber komplett über Wasser. Als die Flut stieg, versanken die Felsen mehr und mehr im Meer und eine Verschlusszeit von 10 Sekunden verwandelte die schwappenden Wellen in einen sanften Nebel.

5 Things to Keep in Mind When Shooting the Ocean:  A rock jetty in Key West, Florida. As the tide rose, it got more and more submerged in the water and a shutter speed of 10 seconds really let me get a nice movement in the clouds and turn the water to mist.

Horizontale Fotos sind toll, versuche aber auch mal vertikal zu fotografieren!

4. Bring deine Filter und ein Stativ mit

Meine Lieblingsfilter für die Meeresfotografie sind Neutraldichte-Filter und graduelle Neutraldichte-Filter. Ich schlage vor du liest meinen Artikel über Filter, in dem ich genau aufliste, welche Filtertypen es für welche Bedürfnisse gibt und dir bei der Auswahl deiner eigenen Filter helfe.

Ich benutze graduelle ND Filter, um Farbe und Details in einen überbelichteten Himmel zurückzubringen und diese Filter gehören für mich einfach immer in den Kamerarucksack, wenn ich Sonnenaufgänge oder -untergänge fotografiere. Um längere Belichtungszeiten zu erreichen und tolle Bewegung in den Wolken und im Wasser einzufangen, benutze ich einen regulären, zirkulären ND Filter. Mein Favorit ist ein 3-Stop Filter, aber es werden Filter in Stärken angeboten, die den Lichteinfall um bis zu 10 Blendenstufen reduzieren.

Da du wahrscheinlich mit diesen längeren Belichtungszeiten arbeiten wirst, ist natürlich ein stabiles Stativ ein Muss. Stelle sicher, dass das Stativ richtig gut im Sand steckt und leg den Kamerariemen um den Hals. Du willst ja nicht, dass die nächste Welle dein Equipment ins Wasser kippt.

5 Things to Keep in Mind When Photographing the Ocean: Here I shot the pier in Pismo Beach, California. I was standing in knee-high water and tried to create some interesting shapes with the small waves in the foreground. The pier itself is a great leading line.

Hier habe ich das Pier in Pismo Beach, Kalifornien fotografiert. Ich stand kniehoch im Wasser und versuchte die Muster der Wellen im Vordergrund einzufangen. Das Pier selber ist eine tolle leitende Linie.

5. Fotografiere Bewegung

Magst du lieber realistische Fotos oder willst du traumhafte Bilder erschaffen, die so aussehen, als seien sie nicht von dieser Welt?

Um Wellen mitten in der Bewegung einzufrieren, ist eine Verschlusszeit von mindestens 1/50 Sekunden oder höher notwendig. Wenn du diesen Look rund um die goldenen und blauen Stunden mit weniger Licht erzeugen möchtest, ist jedoch eine hohe ISO erforderlich. Dies wiederum reduziert die Qualität deiner Fotos mit Körnigkeit – behalte das also beim Fotografieren im Hinterkopf. Wie immer, mach einige Testaufnahmen und passe die Einstellungen entsprechend an.

Wenn du wie ich, lieber etwas viel Bewegung im Himmel und im Wasser einfangen möchtest, ist dein Ziel die Verschlusszeit herunterzukurbeln, bis du den gewünschten Effekt erreichst. Halte die ISO bei 100, setze den Blendenwert je nach Helligkeit zwischen f/9 und f/16 an um eine optimale Schärfe zu erreichen und fange an, mit der Verschlusszeit zu experimentieren. Ab rund einer Sekunde wirst du schon einen hübschen verwischten Look feststellen, aber du kannst auch einen starken Filter aufs Objektiv schrauben und die Kamera einige Minuten belichten lassen.

Einige Worte zum Schluss: Achte darauf, dass dein Fotorucksack oder die Fototasche immer gut verschlossen sind, damit sich kein Sand in den Ritzen und Ecken deines Equipments einnisten kann. Bring genug saugfähige Putztücher mit, um wenn nötig die salzige Gischt abzuwischen und have fun!

Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

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